Archiv / 2003

18. 12. 2003
Die Zeit der Wintersonnenwende treibt die Trailer in ihre gut beheizten Höhlen, lässt sie in heiterer Gemeinsamkeit bei allerlei Süßem zusammenrücken. Für uns heißt das Ersatzteilsichtung und Inventur – an der gemütlichen Atmosphäre des mittlerweile riesigen Lagers arbeiten wir noch.
Wenn es für die Trialer wieder in die Wiesen und Wälder geht, wollen wir auch die wichtigsten Teile der kleinen und großen Betas am Lager haben, wie unsere Kunden das von uns gewohnt sind.
Bei den Fantic-Ersatzteilen gibt’s momentan und netterweise keine neuen Engpässe, auch für Sherco versuchen wir weiterhin, die wichtigsten Teile am Lager zu halten.

Das erste Bündel 2004er Montesas ist bestellt. Wir waren kaum erstaunt, dass es für die letzte Twostroke-Montesa noch Nachfragen gibt. Unser alt bekannter Satz zu Qualität, Zuverlässigkeit und Ersatzteilsituation der Cota erklärt das.

Wir wünschen Euch ein angenehmes Weihnachtsfest (oder eine tolle Sonnenwendfeier, je nach belieben) und ein tolles, erfolgreiches Trial-Jahr 2004. Das Bildchen zeigt übrigens, dass ein Questenbaum ziemliche Ähnlichkeit mit einem Vierzöller hat.

24. 09. 2003
Zweiradmesse Milano. Als wir am Stand des italienischen Montesa-Honda-Importeurs eintrafen, konnten wir ein wenig vom Rummel über Dougies siebten WM-Titel einfangen. Bei einer solchen Erfolgsbilanz wird sogar eine Exotensportart wie Trial zum Medienknüller. Das ausgestellte Werksgerät war offensichtlich die Montesa von Mark Freixa, sie kommt mit ihren Standard-Federelementen deutlich seriennäher daher. Allerdings hat auch er mittlerweile wohl mehr Hubraum und ein Motorengehäuse aus leichtem Elektronguss.

Die letzte Zweitakt-Montesa. Die Cota des Jahrgangs 2004 präsentiert sich technisch unverändert, nur das Dekor ist neu. Etwas anderes hat man vom letzten Montesa-Trial-Zweitakter auch nicht erwarten können. Richtig, nächstes Jahr (wohl im September) wird der Viertakter vorgestellt! Wir erwarten nun keine größeren Bestellungen mehr für die gute alte Cota, falls jemand doch den letzten Montesa-Trial-Zweitakter haben möchte: bei den 2004er Montesas „arbeitet man an einer Lösung“ für das EU-2-Abgasgutachten und wir werden uns diese Lösung genau anschauen, damit wir bei Nachfrage wirklich zulassungsfähige Motorräder ausliefern können.

Ansonsten auch bei den anderen Marken nichts wirklich Neues, sieht man von der üblichen Detailarbeit und den dicken Gabeln ab, die nun wohl auch im Trial für nötig befunden werden.

Schall und Rauch. Wir haben wunderschön gearbeitete Aluminium-Schalldämpfer im Angebot. Selbst für die alten Fantic 200, Fantic 240 und Fantic 305 werden diese Teile gefertigt, für neuere Modelle wie die Montesa 315 sowieso.

28.01.2003
Montesa-Tag. Am Sonntag fand der Workshop für die Gewinner unseres kleinen Glücksspiels statt. Damit andere Montesa-Fahrer auch etwas davon haben, sollen hier die wichtigsten Erkenntnisse kurz geschildert werden.
1. Positionierung von Lenker und Hebeln: Extrempositionen vermeiden, Bremse und Kupplung so anordnen, dass sie sowohl mit dem „Hintern am Kotflügel“ als auch mit dem „Bauch am Lenker“ erreichbar sind. (Außer, man hat Handgelenke wie Marc Colomer ;-).
2. Die Abstimmung der Federung beginnt mit dem Einstellen des Negativ-
Federwegs auf das Gewicht jedes Fahrers. Steht man mit verteiltem
Körpergewicht auf dem Motorrad, sollte es etwa 15 bis 20% des Federweges
einsinken. Erst wenn der statische Negativ-Federweg eingestellt ist, macht
es Sinn, die Dämpfung anzupassen.
3. Auch bei der Dämpfung ist ein Mittelwert am sinnvollsten. Abhängig vom Grip, der Temperatur, dem Fahrstil heißt die Frage: Wie viel „Schnelligkeit“ der Federung kann ich nutzen, wann brauche eher ein „festeres“, sicheres Feedback?
4. Hans Greiner empfahl folgende Grundeinstellung: drückt man in der Mitte zwischen Steuerkopf und Schwingenlager auf das Motorrad, soll es vorne und hinten gleich tief einfedern, hochschnellen, ein mal kurz nachwippen und dann ruhig stehen. Der Punkt“ ist bei der 2003er Montesa übrigens das WM-Logo auf dem Tank und das Motorrad steht auf waagrechter Ebene, natürlich ist kein Gang eingelegt.
5. Von dieser Einstellung ausgehend kann man je nach Temperatur, Sektionsbeschaffenheit und persönlichen Vorlieben sein Motorrad „auf den Tag genau“ abstimmen. Bitte denkt daran, dass bei neuen Motorrädern die Federung oft noch etwas „steif“ ist, bei älteren kann dagegen die Hebelei für’s Federbein schwergängiger werden. Kontrolliert also regelmäßig, ob Eure Einstellung noch stimmt.

Zusammenfassung. Federung und Dämpfung arbeiten zwar eng zusammen, aber um ein Fahrwerk richtig einzustellen, muss man die jeweiligen Funktionen einzeln betrachten.

Einstellbar an der Gabel:
Feder-Vorspannung (linker Holm)
Druckstufe (rechter Holm unten)
Zugstufe (rechter Holm oben)

Einstellbar am Federbein:
Feder-Vorspannung (große Muttern am Federbein-Gehäuse)
Zugstufe (Einstellrad oben am Federbein).

Hans Greiner hatte im Vorfeld seine „Schwarz-Werks-Montesa“ auf sich persönlich eingestellt. Dabei hat er eindrücklich demonstriert, was Testen heißt: er fuhr überraschend einfache Passagen, die aber mit absoluter Präzision und immer gleicher Spur, so dass Einstellungsunterschiede wirklich deutlich wurden. Regel hier also: Teste so, dass du deine Aufmerksamkeit auf das Motorrad richten kannst, nicht auf die fahrerischen Schwierigkeiten. Testen ist nicht Trainieren!
Übrigens fährt Hans seine Montesa bis auf die längeren Rastenhalter absolut serienmäßig, einfach nur gut eingestellt.